Interdisziplinäre wissenschaftliche Konferenz des Arbeitskreises Europäische Integration e.V., Bonn, in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Bonn.
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Rudolf Hrbek, Universität Tübingen
Prof. Dr. Jürgen von Hagen, Zentrum für Europäische Integrationsforschung, Bonn
Ort: Bonn
Datum: 13./14. Juni 2002
In einzelnen EU-Mitgliedstaaten stehen Einrichtungen der sogenannten Daseinsvorsorge teilweise in öffentlicher, also staatlicher Trägerschaft bzw. werden vom Staat maßgeblich unterstützt. In Deutschland beispielsweise gehören zu solchen Einrichtungen Landesbanken und Sparkassen, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, ein Teil des öffentlichen Personennahverkehrs, Einrichtungen der Energieversorgung, aber auch einzelne Wohlfahrtseinrichtungen. Existenz und Aktivitäten solcher Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge werden seit kurzem auf ihre Vereinbarkeit mit der EU-Wettbewerbsordnung geprüft.
Es ist das Ziel der Konferenz, eine Bestandsaufnahme von Einrichtungen der Daseinsvorsorge in Deutschland sowie – vergleichend – in ausgewählten anderen EU-Mitgliedstaaten vorzunehmen und dabei auf die jeweilige Begründung für die öffentliche Trägerschaft einzugehen. Anschließend soll der europarechtliche Rahmen mitgliedstaatlicher Daseinsvorsorge erläutert werden. Daran schließt sich eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Diskussion zwischen der Europäischen Kommission einerseits und den Mitgliedstaaten mit solchen Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge an, bei denen es um die zukünftige Ausgestaltung solcher Einrichtungen im Rahmen der EU geht.
An der Tagung sollen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen sowie Repräsentanten von Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge aus Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten als Referenten und Konferenzteilnehmer teilnehmen. Ziel der Veranstaltung ist eine Sensibilisierung aller von dieser Fragestellung Betroffenen in Wissenschaft und Praxis für mögliche bzw. notwendige Reformen, wobei gleichermaßen dem Anliegen der Subsidiarität, der Gewährleistung von Infrastruktur und Daseinsvorsorgeeinrichtungen für die Bürger sowie des EU-Wettbewerbsrechts Rechnung getragen werden muss.
Eröffnung und Einführung in die Konferenz
Prof. Dr. Rudolf Hrbek, Universität Tübingen
Wettbewerb, Binnenmarkt und Daseinsvorsorge
Prof. Dr. KlausWerner Schatz, Institut der deutschen Wirtschaft, Berlin
Die Behandlung von Leistungen der Daseinsvorsorge in der Praxis der Europäischen Kommission
Dr. KlausDieter Borchardt, Europäische Kommission, Brüssel
Leistungen der Daseinsvorsorge und Wettbewerbsfreiheit – Die Position des BDI
RA Dr. Andreas Möhlenkamp, Bundesverband der Deutschen Industrie, Berlin
Öffentliche Daseinsvorsorge – eine politische Auseinandersetzung über Macht und Märkte
Klaus Bünger, Zentrum für Europäische Integrationsforschung, Bonn
Die Neuregelung der Daseinsvorsorge im Strom-, Telekommunikations- und Bankensektor – Die Perspektive der Politikwissenschaft
Prof. Dr. Roland Sturm, Universität Erlangen
Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge: Die Position der deutschen Kommunen
Michael Odebrecht, Deutscher Städtetag, Köln
Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge: Die deutschen Sparkassen
Dr. Sven Matthiesen, Deutscher Sparkassen und Giroverband, Berlin
Modelle der Daseinsvorsorge aus EG-rechtlicher und ökonomischer Sicht
Prof. Dr. Charles B. Blankart, Humboldt-Universität Berlin
Rückzug des Staates und bürgerschaftlichprivate Selbstorganisation
Prof. Dr. Guy Kirsch, Universität Fribourg
Einrichtungen öffentlicher Daseinsvorsorge in Frankreich
Prof. Dr. Christian Pielow, Universität Bochum
Daseinsvorsorge durch Wettbewerb
Dr. Jürgen Kühling, Zentrum für Europäische Integrationsforschung, Bonn
Rasbach, Winfried
2002: Leistungen der Daseinsvorsorge im gemeinschaftsrechtlichen Ordnungsrahmen, in: integration, Jg. 25, Nr. 4, S. 337-342.
Tagungsbericht | PDF | 66 KByte
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