Zukünftige Funktionen von Parlamenten im europäischen Integrationsprozess
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Gabriele Abels Dr. Annegret Eppler, Ass. iur.
Ort:Tübingen, Schloss Hohentübingen, Burgsteige 11
Datum:26./27. Mai 2011
Folgende Dokumente zur Tagung können heruntergeladen werden:
Tagungsprogramm, Anmeldeformular.
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Einladung
Namens des Arbeitskreises Europäische Integration e.V., der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Reinhold-Maier-Stiftung möchte ich Sie sehr herzlich zu unserer Konferenz
Auf dem Weg zum Mehrebenenparlamentarismus? – Zukünftige Funktionen von Parlamenten im europäischen Integrationsprozess
einladen. Die Tagung findet am 26. und 27. Mai 2011 im Fürstenzimmer des Schlosses Hohentübingen, Burgsteige 11, 72070 Tübingen, statt. Einzelheiten zum Ablauf der Tagung entnehmen Sie bitte dem beigefügten Programm oder der Konferenzhomepage www.mehrebenenparlamentarismus.uni-tuebingen.de. Eine Anfahrtsbeschreibung ist online verfügbar. Die Tagung wird von der Europäischen Kommission, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Reinhold-Maier-Stiftung finanziell unterstützt.
Ihre Anmeldung erbitten wir bis zum 10. Mai 2011 unter Angabe von Name, Funktion und Institution an Frau Jennifer Träsch per Post (Universität Tübingen Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Jennifer Träsch, Institut für Politikwissenschaft, Melanchthonstr. 36, 72074 Tübingen), per Fax (+49 7071-29-78363) oder per Onlineformular. Die Teilnahmegebühr beträgt für Mitglieder des Arbeitskreises 50 Euro, für externe Teilnehmer 70 Euro und für Studierende und Doktoranden 20 Euro. Die Teilnahmegebühr ist vor Ort in bar zu entrichten.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte ebenfalls an Frau Jennifer Träsch (E-Mail: , Telefonnummer +49 7071 29-78363).
Wir freuen uns, wenn wir Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen können.
Thema der Tagung
Nationale und subnationale Parlamente der EU-Mitgliedstaaten sowie das Europäische Parlament haben in den letzten Jahrzehnten im Hinblick auf sämtliche parlamentarische Funktionen (Legislative, Kontrolle, Wahl, Repräsentation und Artikulation) einen Wandel erfahren. Ihr Funktionswandel wurde oft als „Entparlamentarisierung“ der politischen Systeme charakterisiert und hat Folgen für die demokratische Legitimation der EU und ihrer Mitgliedstaaten. Der Vertrag von Lissabon, der am 1. Dezember 2009 in Kraft trat, verspricht hier Abhilfe zu schaffen. Mit dem Vertrag erhalten Parlamente auf europäischer und nationaler – sowie unter Umständen auch auf subnationaler Ebene – mehr Beteiligungsmöglichkeiten am Prozess der europäischen Politikgestaltung. Dabei werden mit dem Vertrag nicht nur die Rechte des Europäischen Parlaments, sondern auch der (sub-)nationalen Parlamente substantiell gestärkt. Die in Kraft getretenen neuen Regelungen sind ein Schritt in Richtung eines „Mehrebenenparlamentarismus“, der sowohl empirisch als auch konzeptionell noch weiter zu entwickeln ist. Eine effektive Nutzung der neuen Rechte in der Praxis stellt gravierende Anforderungen an Parlamente auf verschiedenen Ebenen und an ihre effektive Vernetzung über die Ebenen hinweg.
Im Mittelpunkt der Tagung stehen folgende Fragen:
Wie sehen die neuen Rechte der (sub-)nationalen Parlamente und des Europäischen Parlaments aus?
Wie werden die neuen Rechte in der politischen Praxis in einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt?
Welche Formen der Interaktion und Vernetzung zwischen Parlamenten bilden sich aus?
Welche theoretischen sowie empirischen Herausforderungen stellen sich für die Entwicklung eines „Mehrebenenparlamentarismus“?
Zielsetzung der Tagung ist es, die sich entwickelnde Praxis der Einbeziehung (sub-)nationaler Parlamente in den europäischen Politikgestaltungsprozess zu analysieren. Dahinter steht die Frage, wie ein Mehrebenenparlamentarismus empirisch und theoretisch aussehen kann. Ergibt sich aus den neuen Rechten und ihrer politischen Handhabung eine neue Form der EULegitimation und des europäischen Multi-Level-Governance? Vor welchen konkreten Herausforderungen stehen Parlamente auf verschiedenen Ebenen, wenn sie effektiv die Bandbreite von Parlamentsfunktionen in EU-Angelegenheiten wahrnehmen wollen?
Programm
Donnerstag, 26. Mai 2011
ab 12 Uhr Anreise und Imbiss
13.00 Uhr Begrüßung durch die Veranstalterinnen Prof. Dr. Gabriele Abels / Dr. Annegret Eppler, Ass. iur., Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen Mehrebenenparlamentarismus: Miteinander oder gegeneinander? Die europäische Gretchenfrage Rainer Wieland MdEP (EVP), Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Stuttgart
13.45 Uhr Parlamente und ihre Herausforderungen
Mehrebenenparlamentarismus – zur Rolle von Parlamenten nach dem Lissabon-Vertrag: konzeptionelle und empirische Fragen Dr. Andreas Maurer, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin (zur Zeit Europäisches Parlament, Brüssel)
Von Paris nach Lissabon: Die Institutionalisierung des Europäischen Parlaments Prof. Berthold Rittberger, D.Phil., Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Mannheim
Repräsentation im 21. Jahrhundert: Sind Parlamente den neuen Herausforderungen gewachsen? Prof. Dr. Suzanne Schüttemeyer, Institut für Politikwissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Nationale Parlamente unter europäischem Einfluss
Europäisierung der parlamentarischen Demokratie – theoretische Perspektiven und methodologische Herausforderungen Dr. Katrin Auel, Frankfurter Institut für Transformationsstudien, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder
Die gesetzgebende Rolle der Exekutive im Mehrebenenparlamentarismus Prof. Dr. Timm Beichelt, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder Intergouvernementalisierung als Einschränkung von Parlamentarisierungsoptionen Dr. des. Martin Große Hüttmann, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen / Prof. Dr. Michèle Knodt, Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Darmstadt
18.00 Uhr Pause
19.00 Uhr Podiumsdiskussion: Zur Zukunft des Parlamentarismus in der EU
Dr. Andreas Maurer, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin (zur Zeit Europäisches Parlament, Brüssel)
Prof. Dr. Suzanne Schüttemeyer, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Dr. Martin Schwanholz MdB (SPD), EU-Ausschuss des Deutschen Bundestags
Peter Hauk MdL (CDU), Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion, Landtag von Baden-Württemberg und Stellvertreter im Europaausschuss
Michael Theurer MdEP (FDP), Europäisches Parlament, Brüssel (angefragt)
Moderation: Prof. Dr. Gabriele Abels, Universität Tübingen
ca. 20:30 Uhr Empfang
Freitag, 27. Mai 2011
9.00 Uhr Fallbeispiel Deutschland
Die Integrationsverantwortung von Bundestag und Bundesrat nach dem „Lissabon-Urteil“ des BVerfG Prof. Dr. Matthias Niedobitek, Institut für Europäische Studien, Technische Universität Chemnitz
Die Umsetzung der neuen Rechte nach dem Vertrag von Lissabon durch den Deutschen Bundestag und die Begleitgesetzgebung – eine Herausforderung Ministerialrat Dr. Sven Vollrath, Leiter des Europareferates des Deutschen Bundestages, Berlin und Brüssel
Die Umsetzung der Mitwirkungsrechte durch den Bundesrat Ministerialrätin Ute Müller, Leiterin des Sekretariats des Ausschusses für Fragen der Europäischen Union, Geschäftsführerin der Europakammer, Bundesrat, Berlin
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Problemdimensionen der Parlamentarisierung
Same but different? Theoretische Überlegungen zum Beitrag des Lissabonner Vertrages zur Stärkung nationaler Parlamente in der EU Prof. Dr. Carina Sprungk, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin Probleme nationaler Parlamente – Überlegungen auf der Mikro-Ebene Prof. Dr. Sabine Kropp, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer
Der Umgang nationaler Parlamente mit den neuen Rechten des Vertrags von Lissabon – die Perspektive der Europäischen Kommission Carmen Preising, Stellvertretende Referatsleiterin, Generalsekretariat der Europäischen Kommission, Brüssel
12.30 Uhr Mittagspause
13.30 Uhr Die Rolle zweiter Kammern und subnationaler Parlamente
Zweite Kammern und ihre Europaarbeit nach Lissabon – eine rechtswissenschaftliche Perspektive Univ.-Prof. Dr. Anna Gamper, Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre, Universität Innsbruck, Österreich
Subnationale Parlamente im EU 'Mehrebenenparlamentarismus'. Das Beispiel Belgien Prof. em. Dr. Frank Delmartino, Fakultät für Sozialwissenschaften, Katholische Universität Löwen (Leuven), Belgien und Visiting Professor am Europakolleg Brügge, Belgien
Wandel oder Kontinuität? Zur Europa-Arbeit der deutschen Landtage nach dem Lissabon-Vertrag und dem Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Gabriele Abels, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen
15.00 Uhr Kaffeepause
15.30 Uhr Parlamentarische Vernetzung im Mehrebenenparlamentarismus
Vom Souverän zum Lobbyisten? Verstärkte bi- und multilaterale Zusammenarbeit von Parlamenten im EU-System Dr. Annegret Eppler, Ass. iur., Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen
Politische Parteien als Bindeglied zwischen nationalen Parlamenten und dem Europäischen Parlament Dr. Jürgen Mittag, Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen und zugleich Geschäftsführer der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Ruhr-Universität, Bochum
Neue Kommunikationstechnologien als Herausforderung für die Parlamente in Europa – vom europäischen Mehrebenenparlamentarismus zum europäischen Parlamentsnetzwerk? Dr. Henrik Scheller, Lehrstuhl 'Politik und Regieren in Deutschland und Europa', Universität Potsdam
17.00 Uhr Abschlussdiskussion
18.00 Uhr Ende der Konferenz
Dokumente zur Tagung als PDF-Download
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Schneider, Ellen
2011: Auf dem Weg zum Mehrebenenparlamentarismus? Zukünftige Funktionen von Parlamenten im europäischen Integrationsprozess, in: integration, Jg. 34, Nr. 4.
Tagungsband
Abels, Gabriele /
Eppler, Annegret
(Hrsg.): Auf dem Weg zum Mehrebenenparlamentarismus?. Funktion von Parlamenten im politischen System der EU. Schriftenreihe des Arbeitskreises Europäische Integration e.V. Band 75. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2011
. ISBN 978-3-8329-6665-2.
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